BR-Wahl 2026: Kommunikationstipps zur Kandidatenansprache
Zuhören, ernst nehmen, präzise antworten
Aushänge, Infoflyer, Reden auf einer Betriebsversammlung – alles gut und nicht verkehrt.
Doch wir wissen: Das persönliche Gespräch, um jemand für den Betriebsrat zu gewinnen, ist nach wie vor das (Kommunikations-) Mittel der Wahl.
Ein paar wichtige Kommunikationstipps
- Bevor du auf jemand zugehst, überleg bitte, warum du ausgerechnet diesen Menschen ins Gremium holen möchtest. Umso mehr du dich auf die Person einstellst, umso besser wirst du kommunizieren.
- Das gelingt am ehesten, wenn du wertschätzend und ehrlich auf Bedenken eingehst, statt dein Gegenüber einfach nur zu überreden. Und auch wenn es vielleicht nicht gleich optimal läuft:
- Bleib positiv!! Jeder Mensch hat das Recht auf einen eigenen Standpunkt und Meckern ist selten motivierend.
Ein kleiner Leitfaden für das „Werbegespräch“
Die richtige Ansprache
- Persönlich, positiv und wertschätzend: „Mir ist aufgefallen, dass du sehr klar und selbstbewusst auftreten kannst. Du kommst offen und sympathisch rüber. Wie gemacht für unseren Betriebsrat.“
- Locker, nicht belehrend: Du solltest nicht zu förmlich wirken – eher auf Augenhöhe und im Gesprächsstil, der zu der Person passt.
- Fragen, ob ihr mal über das Thema reden könnt, ob es gerade passt? Auf keinen Fall ein Gespräch ohne Zustimmung aufzwingen. Eventuell einen Termin ausmach
Auf Bedenken eingehen
Auf keinen Fall „zulabern“. Zuhören und konkret antworten. Eventuell einleiten mit: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du Bedenken …
Zwei Beispiele:
Befürchtung: Nachteile durch den Arbeitgeber
- Am besten konkret werden, ohne zu beschönigen: „Klar gibt es mal kontroverse Diskussionen mit dem Chef, auch nicht nur angenehme. Aber konkrete Nachteile? Das ist bisher nicht vorgekommen.“
- Mach klar, dass Betriebsratsmitglieder rechtlich besonders geschützt sind (§ 15 KSchG, § 37 BetrVG). Kündigungen und Benachteiligungen wegen des Amts sind unzulässig.
- Betone, dass der Betriebsrat ein gesetzlich anerkanntes und geschütztes Organ ist – Engagement dort ist völlig legitim.
- Weise auf den Kündigungsschutz hin, der auf jeden Fall auch ein Vorteil ist: „Im Gegenteil, du hast dadurch sogar einen stärkeren Schutz als normale Beschäftigte.“
Bedenken: Vernachlässigung der Arbeit
- Bitte ernst nehmen und konkret antworten: „Ja, das geht mir auch manchmal so, aber wir haben als BR-Mitglieder das Recht, unsere BR-Arbeit während der Arbeitszeit zu machen. Wie das gehen kann, können wir in Ruhe besprechen. Auch darüber, wie du Verständnis bei den Kollegen bekommst.“
- Hinweis: Gute Betriebsräte organisieren sich so, dass beides machbar ist: Fachaufgaben und Gremiumsarbeit.
- Du kannst ergänzen: „Man wächst da rein – und es gibt Schulungen, die einen fit machen.“
Positive Argumente für die Kandidatur
- Nicht zu allgemein. Denk an die Person, die du vor dir hast.
- Mitgestaltung: „Du kannst konkret beeinflussen, wie es hier läuft – statt dich nur über Entscheidungen von oben zu ärgern.“
- Stimme für die Jüngeren/Älteren/Abteilung: Als jüngere/ältere/ Person repräsentiert sie eventuell auch eine Generation/Gruppe, die bisher zu wenig im Gremium vertreten ist.
- Kompetenzgewinn: Betriebsratsarbeit bringt rechtliches, organisatorisches und kommunikatives Know-how, das auch persönlich und beruflich weiterbringt.
- Teamarbeit: Man ist nicht allein – die Aufgaben verteilen sich auf mehrere Mitglieder.
Gesprächsabschluss
- Frag nicht sofort nach einem „Ja“, sondern eher: „Überleg dir das mal in Ruhe – ich fände es super, wenn du dabei wärst. Wenn du willst, erzähle ich dir noch genauer, wie das abläuft.“
- Damit nimmst du Druck raus und gibst Raum, sich selbst zu überzeugen.
- Kläre wie es weitergeht. Beide müssen am Ende wissen, ob man noch mal spricht oder das Thema (schon) beendet ist. Umso verbindlicher, umso besser.
- Bedank dich für das Gespräch.
Wichtig: Am Ende muss ein positiver Eindruck zurückbleiben.

